Geschichten für Seminare, Trainings & Coachings

Geschichten und Märchen sind eine faszinierende Methode, um festgefahrene Denkmuster zu überwinden, neue Blickrichtungen und Ideen zu ermöglichen und Konflikte oder Problemstellungen aus anderen Perspektiven zu betrachten, um so schneller zu Lösungen zu kommen. Denn Geschichten lassen Muster erkennen und sprechen uns auf der Ebene unserer Werte an, - sie ziehen uns dadurch tiefer in den Bann als fachliche Beispiele dies könnten und ermöglichen eine Arbeit, die die Oberfläche verlässt.

Auf dieser Seite stellen wir nach und nach ein paar unserer Lieblings-Geschichten für Seminare und Coachings vor. Die Quellen der Geschichten sind oft unbekannt, denn es kursieren die unterschiedlichsten Versionen durch das Netz. Die Autoren, die wir nachrecherchieren konnten, werden wir jeweils ranschreiben - bei den anderen Geschichten freuen wir uns über Hinweise, wenn Sie uns Urheber nennen können. Viel Spaß beim Lesen!

Geschichten für Seminare & Coachings_zwei Wölfe

Die Geschichte vom Loslassen

Eine weise Frau reiste durch die Berge. Eines Tages fand sie in einem Bachlauf einen wertvollen Stein. Sie hob ihn auf, hielt ihn bewundernd ins Licht und steckte ihn schließlich in Ihre Tasche.

Am nächsten Tag traf sie die Frau einen Wanderer. Da der Mann hungrig war, bot die Frau ihm etwas Essen an. Sie öffente ihre Taschen, um ihr Brot zu teilen.Dabei entdeckte der Wanderer den wertvollen Stein. „Gib mir den Stein“, bat der Wanderer staundend. Ohne zu zögern reichte die Frau ihm den Stein. Der ergriff ihn, sprang auf und machte sich schnell davon, denn ihm war klar, dass der Stein sehr wertvoll war und dass er nun den Rest seines Lebens sorgenfrei verbringen konnte. Die Frau blickte ihm nach und murmelte vor sich hin "ja, behalte ihn ruhig".

Einige Tage später kam der Mann jedoch zurück zu der weisen Frau und gab ihr den Stein wieder.
„Ich habe nachgedacht.“, sagte er. „Ich weiß,  wie wertvoll dieser Stein ist. Aber ich gebe ihn dir zurück. Das tue ich in der Hoffnung, dass du mir etwas viel Wertvolleres dafür schenken kannst. Bitte gib mir etwas davon, was es dir möglich machte, mir diesen Stein zu schenken.“

Die Geschichte von der gezeichneten Schwalbe

Ein chinesischer Kaiser hörte von einem großen Künstler, der sich auf Tuschezeichnungen verstand. Er ließ ihn vor seinem Thron erscheinen und sagte zu ihm: „Zeichne mir eine Schwalbe, denn ich mag Schwalben.“ Der Künstler versprach es.
Nach drei Jahren erinnerte sich der Kaiser an den Künstler und fragte nach der Schwalbe, aber niemand wusste etwas darüber. Da stand der Kaiser von seinem Thron auf, und mit allen Bediensteten um ihn herum suchte er den Künstler auf. Er wollte ihn zur Rechenschaft ziehen.

„Wo ist die Tuschezeichnung, die ich in Auftrag gab? Eine Schwalbe solltest du mir zeichnen, denn ich mag Schwalben.“ Der Künstler nahm ein großes Blatt und zeichnete in wenigen Augenblicken eine wunderschöne Schwalbe. Der Kaiser war zufrieden. Über den Preis allerdings war er erschrocken.

„In wenigen Augenblicken zeichnest du mühelos eine Schwalbe und willst so viel Geld haben?“ Da nahm ihn der Künstler mit und führte ihn durch sein Haus. In allen Räumen lagen große Papierstapel mit Zeichnungen und auf allen Blättern Schwalben.
„Siehst du“, sagte der Künstler. „Der Preis ist gerecht. Was dir so mühelos und einfach erscheint, das hat mich viel gekostet. Über drei Jahre habe ich gebraucht, um dir in wenigen Augenblicken diese Schwalbe zu zeichnen.“

Quelle unbekannt

In den Sand geschrieben - Eine Geschichte über wirklich Wichtiges

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.
Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: „Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen.“
Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.
Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:
„Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet.“
Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?“
Der andere Freund antwortete: „Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann.“

Das Versteck der Weisheit - eine Coaching-Geschichte

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie so lange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden. Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden. Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: „Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.“ Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

geheimnis des lebens