Was sind Führungsstile? Welche Führungsstile gibt es?

Von einem Führungsstil spricht man dann, wenn eine Person sich über verschiedene Situationen hinweg ähnlich verhält. Führungsstil bezeichnet also die Grundhaltung und die sich daran orientierenden Verhaltensmuster, mit denen eine Person ihre Führungsaufgaben bezogen auf andere – Einzelpersonen oder Gruppen – wahrnimmt.

Doch gleich vorab: Es gibt keinen absolut richtigen Führungsstil, den man quasi als Gebrauchsanweisung in das eigene Verhaltensrepertoire übernehmen könnte. Er ist immer abhängig von den Aufgaben, die erfüllt werden sollen, vom Unternehmen und seiner Kultur, der eigenen Persönlichkeit, den individuellen Werten und Einstellungen und nicht zuletzt von den Fähigkeiten der zu führenden Mitarbeiter.

Gerade deswegen ist es wichtig sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um Methoden und Instrumente sinnvoll und hilfreich einzusetzen.

Führung: Personen- oder sachorientiert?

Grob kann man Führungsstile hinsichtlich der Ausrichtung unterscheiden:

  • Als aufgabenorientiert bzw. sachorientiert bezeichnet man einen Führungsstil, bei dem Leistung und Termine im Vordergrund stehen. Die Führungsperson „verordnet“ der Arbeitsgruppe oder dem Team eine Leistung, die in einem bestimmten Zeitraum zu erfüllen ist.
  • Der personenorientierte bzw. beziehungsorientierte Führungsstil stellt die Bedürfnisse und Erwartungen der MitarbeiterInnen und die individuellen Möglichkeiten als Basis guter Leistung und guter Qualität in den Vordergrund. Der Vorgesetzte unterstützt die Mitglieder des Teams in ihrer Aufgabenerfüllung.

In der Praxis sind diese beiden Typen kaum in Reinform anzutreffen: Eine Führungskraft gestaltet typischerweise die Beziehungen und fungiert gleichzeitig als „Brennpunkt“ der Aufgaben. Daher werden Führungsstile meist durch den Grad definiert, in dem die Führungskraft die Betonung entweder auf die Beziehung zwischen den Team- oder Gruppenmitgliedern oder der zu erledigenden Aufgabe legt.

Aufgabenorientierte Führungsstile sind häufig eher autoritär bzw. hierarchisch ausgerichtet und beziehungsorientierte Führungsstile eher partizipativ bzw. demokratisch.

Führungsstile nach Kurt Lewin

Eine „klassische“ Unterscheidung ist die Einteilung der Führungsstile nach Kurt Lewin (1890–1947) in:

  • Autoritärer Führungsstil
  • Demokratische oder kooperative Führung
  • Laisser-faire-Führung

Der autoritäre Führungsstil

fußt auf einer klaren hierarchischen Trennung vonn Führungskraft und Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sinddabei lediglich die ausführenden Organe. Die Entscheidungen trifft di Führungskraft. Dies hat Vor- und Nachteile, wie alles auf der Welt. Zum einen können Entscheidungen sehr schnell getroffen werden, was u.a. in Krisensituationen von Vorteil ist. Zum anderen kann es für die Mitarbeiter sehr demotivierend sein, keine eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen. Da bleibt Eigeninitiative auf der Strecke.

Der demokratische oder kooperative Führungsstil

bezieht die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse mit ein - hier ist eigenverantwortliches Arbeiten Pflicht. Dies kann den Vorgesetzten entlasten, da die Entscheidungen nicht alle alleine getroffen werden müssen. Auch führt dieser Führungsstil zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Mitarbeitern. Problematisch wird es jedoch, wenn sich die Führungskraft nicht durchsetzen kann oder sich Entscheidungsprozesse ewig hiniehen.

Der Laisser-faire-Führungsstil

Tja, kann man hier überhaupt von einem Führungsstil sprechen? Das ist die Frage, denn oft müssen wir beobachten, dass hier gar nicht geführt wird, also die Rolle als Führungskraft nicht ausgefüllt wird.
Ist das Team sehr gut oder ein Teammitglied übernimmt führende und koordinierende Aufgaben, kann ein Team trotzdem funktionieren. Die Entscheidungen werden im Team getroffen. Dies kann wunderbar motivierend sein - sofern das Team in der Lage ist, Prioritäten eigenständig festzulegen und Prozesse sauber zu koordinieren.

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Situativer Führungsstil

Neben den Führungsstilen nach Lewin gibt es noch weitere Modelle zum Thema Mitarbeiterführung. Wir selber arbeiten zum Beispiel gerne mit der Methode des situativen Führens. Bei diesem Führungsstil steht der einzelne Mitarbeiter im Vordergrund - und der Führungsstil wird auf ihn und seinen Entwicklungsstand angepasst. So kann er mal ermutigend, mal anspornend, mal integrierend, mal fordernd und mal fördernd, mal autoritär, mal frei und mal anleitend sein.